Archiv für den Monat: Juni 2015

Neuer Kreißsaal in besonderem Design eröffnet

Nunmehr sechs Säle tragen steigender Zahl von Geburten Rechnung

Münster – Mit 2.154 Geburten (2014) ist die Klinik für Geburtshilfe am St. Franziskus-Hospital führend in Münster – und die Zahlen steigen weiter. Aufgrund dieser positiven Entwicklung wurde auch das Angebot der Klinik erweitert: Der sechste und bisher größte Kreißsaal im St. Franziskus-Hospital wurde jetzt feierlich eingesegnet. Dieser Saal überrascht durch seine außergewöhnliche Architektur (Architekt Günter Merckle, Münster) und erfüllt durch seine innovative Ausstattung in besonderer Weise die heutigen Anforderungen der Geburtshilfe.

„Der neue Raum verfügt über ein großes Doppelbett, das auch vertikale Gebärpositionen unterstützt. Zu diesem Zweck gibt es im Kreißsaal auch ein ‚Variotrac’, ein schwenkbares Halteseil. Daneben steht den Schwangeren eine Gebärwanne zur Verfügung. Die Toilette befindet sich als eigenständiger Kubus im rund 38 qm großen Raum. An der Decke über der Wanne befindet sich ein Kreuzgewölbe wie man es auch in Kathedralen findet: Durch die spezielle Deckenform nimmt die Schwangere die Gebärwanne als geschützten Raum wahr, der ein Gefühl von Geborgenheit hervorrufen und durch die Wahl es Lichtes per LED verschiedene Stimmungen auslösen und verstärken kann. In der Ecke des Bereiches rund um die Wanne steht die Figur einer goldenen Madonna, die in allen Weltreligionen für Mutterschaft, Weiblichkeit und das Gebären steht“, erläutert Dr. Heinz Albers, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe, der ein neues Büro bezog, um Platz für den neuen Kreißsaal zu schaffen.

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Bild: Freuen sich im neuen Kreißsaal auch über die Rekordzahl an Geburten im St. Franziskus-Hospital im Monat Juni (v.l.): Dr. Ansgar Klemann (Kaufmännischer Direktor), Dr. Heinz Albers (Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe), Annegret Wolf (Pastoralreferentin) Burkhard Nolte (Geschäftsführer), Henrike Adam (stellvertretende Leitende Hebamme) und Professor Dr. Michael Möllmann (Ärztlicher Direktor).

Die Wände des Kreißsaals spiegeln das Element Erde wider. Sie sind in orange und braun gehalten und sollen das Gefühl friedvoller Wärme und liebevoller Gemeinschaft schaffen. So können die neuen Erdenbürger in einer „geerdeten“ Atmosphäre das Licht der Welt erblicken und in geborgener Atmosphäre im Leben in Empfang genommen werden. Lebensnotwendige Technik der neuesten Generation ist im Kreißsaal vorhanden jederzeit verfügbar, sie bleibt aber hinter Wänden verborgen und tritt somit nahezu unsichtbar in den Hintergrund.

Der neue Kreißsaal ist nach mehrmonatigen Umbauarbeiten seit Anfang April im Betrieb und nach der Erledigung einiger Restarbeiten nun komplett fertig gestellt. Annegret Wolf vom Seelsorgeteam nahm jetzt zusammen mit Pater Gisbert und Schwester M. Patricia die Einsegnungszeremonie vor. Im Anschluss feierten die geladenen Gäste bei einem Empfang im Bistro „Mona Lisa“ in der Klinik für Geburtshilfe.

Wer den neuen Kreißsaal besichtigen möchte, kann das –wenn er gerade frei ist- ist herzlich zu den regelmäßig stattfindenden Kreißsaalbesichtigungen, zum Beispiel am 2. Juli 2015, tun. Diese finden grundsätzlich an jedem ersten, zweiten und dritten Donnerstag im Monat statt und beginnen um 18.30 Uhr. Seit Kurzem lädt die Klinik für Geburtshilfe auch jeden vierten Sonntag in Monaten mit ungerader Zahl (Januar, März, Mai, Juli, September, November) ein, der nächste Termin ist 26.7.2015).
Der Treffpunkt ist immer Foyer des Hospitals. Näheres finden Sie im Internet unter www.sfh-muenster.de oder unter www.geburten-muenster.de. Das St. Franziskus-Hospital ist eine Einrichtung der St. Franziskus-Stiftung Münster.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster

Kleeblatt perfekt: Vierlinge erblicken im St. Franziskus-Hospital das Licht der Welt

Größter Wunsch der Familie ist jetzt eine größere Wohnung

Münster – Das St. Franziskus-Hospital freut sich über die Geburt der ersten Vierlinge seit mehr als 25 Jahren: Mit den Jungen Nabil, Ihsan und Itkan und ihrer Schwester Shahd, die als dritte auf die Welt kam, ist die Familie Abu Haj nun komplett: Mutter Faten brachte am 2. Juni in der 31. Schwangerschaftswoche ihre Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Um 3.27 Uhr kam Nabil. (1.210 g), um 3.28 Uhr der kleine Ihsan (845 g), um 3.30 Uhr das einzige Mädchen Shahd (1.160 g) und um 3.31 Uhr der Bruder Itkan, der 1.260 g auf die Waage brachte. Die vier Babys werden auf der Neugeborenenintensivstation betreut und sind alle wohlauf; nach drei Wochen wird jetzt nur der der kleine Ihsan intensiv überwacht, seine Geschwister sind bereits in Wärmebettchen umgezogen. Vierlingsgeburten sind extrem selten: Zwischen 2000 und 20012 sind bundesweit 18 Kinder im „Quartett“ geboren, die Häufigkeit für eine Vierlingsschwangerschaft liegt bei 1:600.000. Bei allen Mehrlingsschwangerschaften steigt die Gefahr einer viel zu frühen Geburt deutlich.

„Frau Abu Haj kam Mitte Mai in der 28. Schwangerschaftswoche mit Frühgeburtsbestrebungen zu uns. Wir konnten mit unserem Konzept zur Vermeidung von Frühgeburten die Schwangerschaft bis zur 31. Woche aufrecht erhalten. Das ist auch eine tolle Leistung von der Mutter, die sehr gut kooperiert hat. Die meisten Vierlinge kommen schon in der 30. Woche oder früher zur Welt. Für die gute Entwicklung der Kinder zählt jeder Tag. Mehrlingsschwangerschaften bergen immer ein besonderes Risiko für Mutter und Kinder“, betont Dr. Heinz Albers, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe am St. Franziskus-Hospital Münster. Dazu kommt die hervorragende Zusammenarbeit der interdisziplinären Teams in Geburtshilfe und Neonatologie vor und nach der Geburt: Dr. Renate Rosenberg und Dr. Johannes Steinhard von der Praxis für Pränatalmedizin im FranziskusCarré, das Team der Geburtshilfe mit Ärzten, Hebammen und Pflegekräften sowie die Perinatalmediziner und Pflegekräfte aus dem Team der Neonatologie und Kinderintensivmedizin. Professor Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie, hatte die Narkose vor dem Kaiserschnitt eingeleitet.

„Die Eltern können mit Recht stolz auf ihre Vierlinge sein, sie haben alles richtig gemacht und ihren Kindern einen guten Start ins Leben ermöglicht“, erläutert Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin. Die besondere Herausforderung an ihn und sein Team war es, ab dem Zeitpunkt der stationären Aufnahme von Faten Abu Haj ständig auf Abruf bereit zu stehen: “Wir mussten gewährleisten, dass zur Geburt fünf Ärzte aus der Neonatologie und fünf Fachpflegekräften hier im Hospital bereit stehen. Auch die vier Intensivbetten in unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) waren für die Babys reserviert. Zudem standen die Kollegen aus der Anästhesie und die Hebammen bereit, im Hintergrund gab es noch mehr Mitarbeiter, die uns unterstützen wollten. Das war eine große Herausforderung für alle Beteiligten, die wir gerne angenommen haben. Jetzt sorgen unsere Fachärzte und speziell ausgebildeten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen auf unserer Neugeborenenintensivstation dafür, dass die Kinder in einigen Wochen gesund nach Hause gehen können“, so Dr. Urlichs.

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Bild (v.l.): Mutter Faten und Vater Isam Abu Haj (vorne) sind stolz und glücklich über die Geburt von Nabil, Ihsan, Shahd und Itkan, die innerhalb von vier Minuten im St. Franziskus-Hospital Münster das Licht der Welt erblickten. Mit ihnen freuen sich, stellvertretend für alle Bereiche, die beteiligt waren (hinten, v.l.): Dr. Heinz Albers (Chefarzt Klinik für Geburtshilfe), Monika Hitz (Klinischer Sozialdienst), Hiltrud Meyer-Fritsch (Babylotsin), Maria Sturm (Stationsleitung) und Dr. Florian Urlichs (Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin).

Die 37-jährige Mutter ist glücklich, dass ihre Kleinen gesund auf der Welt sind: „Ein wenig Angst haben wir vor dem Umgang mit den Vierlingen, wenn wir wieder zu Hause sind und uns alleine um sie kümmern.“ Die Eltern, die aus Palästina stammen und seit vielen Jahren in Münster leben, haben schon zwei Kinder: den vierjährigen Hak Jihad und den 16-jährigen Malek. So wird es in der Dreizimmerwohnung der Familie in Gievenbeck bald zu eng sein: „Wir haben unseren Vermieter, eine Wohnbaugesellschaft, bereits auf die Vermittlung einer größeren Wohnung mit fünf Zimmern angesprochen, wir würden uns aber auch über weitere Angebote aus Münster freuen“, betont Isam Abu Haj. Auch der Vater ist sehr stolz auf seinen Familienzuwachs, mit dem sich die Zahl der Familienmitglieder auf einen Schlag verdoppelt hat.

Monika Hitz vom Klinischen Sozialdienst und Hiltrud Meyer-Fritsch, die seit Kurzem als Babylotsin am St. Franziskus-Hospital Münster arbeitet, ebnen seit Wochen den Weg der Familie den Weg nach Hause und leiten weitere Unterstützung für die Zeit nach der Entlassung ein, zum Beispiel über die Stadtteilkoordination „Frühe Hilfen“. Für die Sprachbarriere im Krankenhaus -Mutter Faten spricht kaum Deutsch- hat die Babylotsin zudem eine Kultur-Mittlerin ins Boot geholt. Familie Abu Haj freut sich über finanzielle Unterstützung für ihre Vierlinge, zum Beispiel für die Erstausstattung. Wer helfen möchte, kann folgende Kontoverbindung des St. Franziskus-Hospitals Münster nutzen: IBAN DE45400602650003173900 (Konto: 3173 900, BLZ: 400 602 65) bei der DKM Darlehnskasse Münster. Als Verwendungszweck bitte angeben: Vierlinge.

Konzept zur Vermeidung von Frühgeburten im St. Franziskus-Hospital
Das Ziel des Teams der Geburtshilfe ist es, wenn immer möglich, eine Frühgeburt zu vermeiden. Bei einer stationären Behandlung bietet die Klinik den Schwangeren eine umfassende Betreuung. Neben der medikamentösen Therapie und dem schulmedizinischen Vorgehen gibt es die präpartale Elternsprechstunde, bei der die Versorgung des Neugeborenen anhand von Anschauungsmaterial durch Gesundheits- und Krankenpflegerinnen erläutert wird und die Eltern Einblicke in die Abläufe auf der Kinderintensivstation erhalten. Zudem bietet die Klinik vorgeburtliche Bindungsanalyse und Bindungsförderung, Konzepte zur Langzeit-Schwangeren-Begleitung, Seelsorge-Angebote und auch der Klinische Sozialdienst und zwei Babylotsinnen stehen für die Schwangeren und jungen Mütter bereit. Die Klinik für Geburtshilfe zählt zu den größten Entbindungskliniken in Nordrhein-Westfalen. Sie verfügt über sechs Kreißsäle, die sich in direkter Nähe zur neonatologischen Abteilung und zur Frühgeborenen- und Kinderintensivabteilung (Perinatalzentrum Level 1) befinden. Im St. Franziskus-Hospital erblickten im letzten Jahr 2.214 Kinder das Licht der Welt. Weitere Informationen über die Klinik für Geburtshilfe im St. Franziskus-Hospital finden Sie unter www.sfh-muenster.de und www.geburten-muenster.de. Das St. Franziskus-Hospital ist eine Einrichtung der St. Franziskus-Stiftung Münster.

Quelle: © St. Franziskus-Hospital Münster

Wege aus der Magersucht: Abschied von einer „guten Freundin“

CDK-MagersuchtMünster – Die Gewichtszunahme ist in der Behandlung der Magersucht ein wichtiger erster Schritt, aber ohne die intensive Arbeit an den Hintergrundkonflikten nicht wirksam.Denn wer sich von der Magersucht löst, braucht neuen Halt und die Fähigkeit, in gesunder Weise mit Belastungen umzugehen.

„Ich wollte erst ein ’neues‘, glückliches Leben beginnen, wenn ich mein Wunschgewicht von 29 kg erreicht hätte. ‚Dann …‘, sagte ich mir immer, aber heute weiß ich, dass das eine große Illusion war und ich dieses ‚Dann‘ nicht mehr erlebt hätte“, schreibt Anne L. nach ihrem Aufenthalt in der Christoph-Dornier-Klinik in Münster. Sie ist 18 Jahre alt. Als sie in die Klinik kommt, ist sie noch minderjährig. Sie kommt auf Druck ihrer Eltern und Ärzte, selbst fühlt sie sich nicht krank, sondern nur „fett“. Außerdem hat sie schon einen sechsmonatigen Aufenthalt in einer Klinik hinter sich, bei dem sie zwar zugenommen hat, aber nicht gesund geworden ist. Als sie ihre Therapie in der Christoph-Dornier-Klinik beginnt, trennen sie zehn Kilo von ihrem „Wunschgewicht“ und zehn Kilo von einem gesunden Normalgewicht, das nicht nur Existenz, sondern auch Leben erlaubt.

„Die ersten Tage in der Klinik waren schrecklich“, erinnert sie sich. „Ich quälte mich durch jede einzelne Mahlzeit in der Essgruppe.“ Heimlich treibt sie Sport, um ja nicht zuzunehmen. Zu laut ist der Ruf der Magersucht, ihrem Diktat zu folgen. Erst als sie sich von ihrer Therapeutin fotografieren lässt und sich selbst von außen sieht ‒ ihren abgemagerten Körper, ihre blauen Flecken an Armen und Beinen vom Liegen, ihren leeren Blick ‒ begreift sie, dass sie krank ist. Und dass sie Hilfe braucht.

Weil die Magersucht auch Halt gibt, ist es schwer sich von ihr zu lösen

Den Teufelskreis einer Magersucht allein durch Einsicht oder Willensstärke zu durchbrechen, ist kaum möglich. Zu stark ist ihr Einfluss auf Körper, Psyche und Geist. Aber die Krankheitseinsicht und der Wille, sich von der Magersucht zu lösen, sind ein wichtiger erster Schritt auf dem langen Weg zu einem unabhängigen Leben. Trotzdem wird es immer auch Anteile geben, die sich gegen eine Veränderung wehren. Denn neben ihrer zerstörerischen Kraft gibt die Magersucht auch Halt.

„Viele Patientinnen empfinden die Loslösung von der Magersucht wie den Verlust einer guten Freundin, die sie oft jahrelang zuverlässig begleitet hat. Man darf nicht vergessen, dass eine Essstörung ebenso wie andere psychische Erkrankungen immer auch eine Funktion für den betroffenen Menschen hat. Deshalb fällt es so enorm schwer, sich von ihr zu lösen. Und deshalb ist es auch so wichtig, Ersatz für das zu finden, was vorher die Essstörung ausgefüllt hat, und den Patientinnen und Patienten neuen Halt zu vermitteln“, sagt Judith Kugelmann. Sie ist die stellvertretende leitende Psychologin der Christoph-Dornier-Klinik in Münster und auf die Behandlung von Essstörungen spezialisiert.

In der Intervalltherapie wechseln sich stationäre und ambulante Phasen ab

Das erste Ziel in der Behandlung ‒ und die erste große Herausforderung, weil mit massiven Ängsten besetzt ‒ ist die Gewichtszunahme. Realistisch und gut verträglich sind 800 bis 1000 Gramm pro Woche. Abhängig vom Untergewicht kann es mehrere Wochen dauern, bis das sogenannte Mindestgewicht erreicht ist. „Patientinnen und Patienten, die ihr endgültiges Gewicht noch während des stationären Aufenthaltes für einige Wochen halten können, haben ein deutlich geringeres Rückfallrisiko“, erläutert Judith Kugelmann. Um sicherzustellen, dass diese das Gewicht auch nach der Klinik aufrecht erhalten können, haben sie und ihre Kollegen die sogenannte „Intervalltherapie“ entwickelt. In dieser wechseln sich stationäre und ambulante Behandlungsphasen ab.

Um die Patientinnen und Patienten zu entlasten, wird Nahrung in der wichtigen, aber auch bedrohlichen ersten Phase der dosierten Gewichtszunahme wie ein Medikament betrachtet. Gegessen wird unter therapeutischer Anleitung gemeinsam in der Gruppe. Dies gewährleistet, dass die notwendige Kalorienmenge auch in der richtigen „Dosierung“ aufgenommen wird. „Für mich waren diese fünf Wochen die schlimmsten. Aber ich fühlte mich auch wohl unter den anderen, die genau das Gleiche durchmachten“, schreibt die 16-jährige Nina. Eine Erfahrung, die sie mit vielen anderen jungen Frauen in der Klinik teilt.

Hoher Anteil an Einzeltherapie ‒ intensive Arbeit an Hintergrundkonflikten

In Gruppentherapien lernen die Patientinnen und Patienten, sich mit den einzelnen Faktoren und Risiken ihres persönlichen Essverhaltens auseinanderzusetzen sowie mit aktuellen Belastungen und Anspannungszuständen, zum Beispiel durch die Gewichtszunahme, umzugehen. Sobald ein gesundes Mindestgewicht erreicht ist, geht die Verantwortung für die Auswahl und Menge des Essens zunehmend auf die einzelne Patientin bzw. den einzelnen Patienten über. Dieser Prozess wird intensiv von einem Bezugstherapeuten oder einer Bezugstherapeutin begleitet. Auch wenn ergänzend weiterhin Gruppentherapien stattfinden, steht jetzt die Einzeltherapie im Vordergrund. Durchschnittlich zehn Sitzungen à 50 Minuten pro Woche ermöglichen eine intensive Arbeit an den psychischen Faktoren und Hintergründen der Magersucht – eine Arbeit, die erst möglich ist, wenn der Körper nicht mehr ums Überleben kämpfen muss.

In den Gruppentherapien lernen die Patientinnen und Patienten wie Ernährungsverhalten und Stoffwechsel zusammenhängen, wie sich das gestörte Essverhalten auf Körper, Wahrnehmung und Psyche auswirkt und was passiert, wenn der Körper wieder an Gewicht gewinnt. Sie erfahren,was den Teufelskreis der Magersucht aufrechterhält, welche Rolle dabei Konflikte spielen und wie der Körper auf Stress reagiert. Sie lernen Möglichkeiten kennen, anders – in gesunder Weise – mit Belastungen umzugehen. Hierbei kann ein soziales Kompetenztraining ebenso hilfreich sein wie ein Training zur Gefühlsregulation, eine Gruppe zur Steigerung des Selbstwertes oder eine Körpertherapie.

Bezugstherapeuten sind auch in den ambulanten Phasen eine Stütze

Dem stationären Aufenthalt folgt ein ambulantes Intervall von mehreren Wochen, in dem die Patientinnen und Patienten das bisher Erreichte im Alltag erproben und ihr Gewicht in Eigenregie weiter stabilisieren können. Regelmäßige Telefonate mit ihren Bezugstherapeuten aus der Klinik und ambulante Behandler vor Ort unterstützen sie dabei. Dieser Phase schließen sich ein zweites stationäres Intervall von zwei bis drei Wochen sowie ein zweites ambulantes Intervall an. Besteht die Gefahr eines Rückfalls, ist ein dritter stationärer Aufenthalt möglich. Die Intervalltherapie bietet eine einzigartige Verknüpfung von stationärer Therapie mit den Vorteilen einer alltagsnahen ambulanten Behandlung. Erfahrungen und Erfolge aus dem stationären Aufenthalt können unter wirklichkeitsgerechten Bedingungen im häuslichen Umfeld erprobt und gefestigt und dann in den folgenden stationären Kurzintervallen sofort wieder ausgewertet und weiter stabilisiert werden.

„Ich kam immer wieder an Punkte, an denen ich mich neu und mit aller Ehrlichkeit für das Leben und gegen die Krankheit entscheiden musste“, schreibt Anne L. „An diesen Punkten bin ich jedes Mal stärker geworden. Ich kann allen Betroffenen nur zu einer Therapie raten, denn auch wenn es ein sehr anstrengender Weg aus der Krankheit ist, er ist da.“

Kostenloses Beratungstelefon zur Erstinformation
Weitere Informationen zur Behandlung von Essstörungen erhalten Angehörige und Betroffene unter www.c-d-k.de. Zudem bietet die Christoph-Dornier-Klinik mittwochs zwischen 17.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 0251/ 48 10-148 oder -140 ein kostenloses Beratungstelefon an.

Quelle: © Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie, Münster

Detaillierter als je zuvor: Clemenshospital nimmt neuen 3-Tesla MRT in Betrieb

Münster – Einer der weltweit modernsten Magnetresonanztomographen (MRT) mit einer Feldstärke von drei Tesla und der Bilderzeugungstechnik „Multitransmit“ steht seit kurzer Zeit im Clemenshospital. Nach Abschluss der Einrichtungsphase wird das Gerät nun am 6. Juli in Betrieb gehen. „Mit dieser Investition in Spitzenmedizin bieten wir unseren Patienten diagnostische Möglichkeiten, die über die vorherrschenden Standards hinaus gehen“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Radiologie und Experte für Krebsbildgebung, Prof. Dr. Johannes Weßling.

Querschnittsbilder des menschlichen Körpers in höchster Auflösung erlauben präzise Darstellungen von Tumoren und ihrer Ausdehnung im Körper. Dies gilt insbesondere für Tumoren des Gehirns, der inneren Organe, der Brust sowie des Enddarms und der Prostata. Als eines der offiziell zertifizierten Krebszentren der deutschen Krebsgesellschaft kommt die neue Technik damit besonders Patienten der MAgKs (Münsteraner Allianz gegen Krebs) zu Gute.

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Bild: Präsentieren den neuen MRT des Clemenshospitals (v.l.): Verwaltungsdirektor Christian Bake, Prof. Dr. Johannes Weßling, Gilbert Aldejohann und die MTRA Karina Pranzkus.

Das neue Hightech-Gerät wird neben der Krebsdiagnostik auf vielen weiteren Gebieten wie der Untersuchung von Gelenken, Muskeln, Sehnen, Gefäßen oder inneren Organen sowie in der Neurochirurgie zum Einsatz kommen. So können künftig Erkrankungen des Herzens, des Bewegungsapparates und der Wirbelsäule sowie Erkrankungen bei Kindern wesentlich genauer als bisher untersucht werden. Eigens für das über sieben Tonnen schwere Gerät wurde am Clemenshospital ein neuer Gebäudeteil errichtet.

Bei der Untersuchung im MRT wird der Patient keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt. Vielmehr kommt ein Magnetfeld zum Einsatz, das tausendfach stärker ist als das der Erde. Die Daten werden in einem speziellen Computersystem ausgewertet und liefern den Experten des Clemenshospitals wichtige Informationen, die bedeutsam für die weitere, zielgerichtete Behandlung des jeweiligen Patienten sind. „Das neue Gerät festigt unsere Position als diagnostisches Zentrum in der Region und bietet unseren Patienten ein deutliches Plus an Untersuchungsgenauigkeit“, freut sich der Geschäftsführer des Clemenshospitals Gilbert Aldejohann.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Einladung zur Schnupperstunde AquaFit

Montagsreihe lädt zur kostenfreien Test-Trainingsstunde

Artikel-SFH_25062015Telgte – Das Therapiezentrum salvea lädt am Montag, dem 29. Juni 2015 alle Interessierten zu einer Schnupperstunde AquaFit ein. Das Training zum Ausprobieren findet im Rahmen der Montagsreihe statt und ist kostenfrei. Die Besucher erhalten Gelegenheit sich im Wasser einerseits gelenkschonend zu bewegen und andererseits Kraft und Ausdauer intensiv zu trainieren. AquaFit eignet sich zur Prävention und für Auf- und Ausbau der persönlichen Fitness.

Die Veranstalter stehen für weitere Informationen zu Kursangeboten unter Telefon (0251) 67 47 47 zur Verfügung und bitten unter dieser Rufnummer um Anmeldung zur Schnupperstunde AquaFit in der Montagsreihe. Die Stunde beginnt um 18 Uhr im Bewegungsbad im Erdgeschoss der Klinik Maria Frieden. Patienten, Angehörige und Interessierte sind herzlich willkommen.

Datum: Samstag, 29.06.2015
Ort: Bewegungsbad im Erdgeschoss der Klinik Maria Frieden
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Zielgruppe: atienten, Angehörige und Interessierte

Quelle: © St.-Franziskus Hospital Münster

An der Seite des Lebens:
Erklärung großer kath. Krankenhausträger zur Suizid-beihilfe

Positionierung katholischer Träger von Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen und Behinderteneinrichtungen in Deutschland zur Frage des assistierten Suizids (Suizidbeihilfe)

Artikel-ALX_25062015Münster – Anlässlich der 1. Lesung der Gesetzesentwürfe zur Suizidbeihilfe im Deutschen Bundestag am 3. Juli positionieren sich zehn große katholische Krankenhausträger gegen ärztliche und jede weitere Form der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid. In der heute unter dem Titel „An der Seite des Lebens“ veröffentlichten Erklärung fordern sie eine Stärkung der hospizlichen und palliativen Versorgung und wenden sich ebenso entschieden gegen alle Formen der geschäftsmäßig organisierten Sterbehilfe und Suizidbeihilfe. Mit dieser Positionierung teilen die Träger die Grundsätze der Bundesärztekammer, die die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ausschließt. So lautet eine der Kernaussagen: „Weder Ärztinnen und Ärzte noch andere Mitarbeitende in unseren Einrichtungen leisten Unterstützung bei der Vorbereitung oder Durchführung eines Suizids.“

Das Bündnis vertritt insgesamt 394 Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen in Deutschland, in denen jährlich mehr als 1,6 Millionen Patienten, Klienten und Bewohner ambulant und stationär von knapp 70.000 Mitarbeitern versorgt werden.

Die Erklärung/Positionierung zur Frage des assistierten Suizids im Wortlaut:

„Die Vertreter der unterzeichneten Trägergesellschaften haben die Debatte der letzten Monate um die Fragen von Sterbehilfe und assistiertem Suizid aufmerksam verfolgt. Viele Menschen fürchten sich vor einer Über- oder Unterversorgung am Lebensende, vor der Verletzung ihrer Würde und Situationen der Hilfsbedürftigkeit. Wir sind uns bewusst, dass es für viele Menschen ein schwer erträglicher Gedanke ist, am Ende ihres Lebens möglicherweise schwerem Leid ausgesetzt zu sein. Hinzu kommt die Angst vor Abhängigkeit und Kontrollverlust. Wir wissen, dass auch bei bester Betreuung und Pflege und bei einer professionellen palliativen Begleitung Menschen in besonders schwierigen Einzelfällen den Wunsch haben werden, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

In unseren Einrichtungen begegnen wir Menschen, die diesen Wunsch äußern, mit Respekt und größtmöglicher Fürsorge. Wir lassen sie in dieser Notund Leidenssituation nicht alleine, sondern begleiten sie mit besonderer Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wir suchen das Gespräch und tun das uns Mögliche, um mit einer optimalen palliativen Versorgung körperliches und seelisches Leid zu lindern. Eine solche Versorgung geht auf die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse von Patienten, Angehörigen und Behandlungsteam ein. Dazu gehört aus unserer Sicht auch die seelsorgliche Begleitung von Patienten und ihren Angehörigen.

Wir vertrauen darauf, dass unser Leben von Anfang bis Ende ein Geschenk Gottes ist. In diesem Vertrauen steckt zugleich die Aufgabe, allen Menschen entsprechend der ihnen zugesicherten Würde und Gottebenbildlichkeit zu begegnen.

Aus dieser Haltung heraus lehnen wir es ab, dass Ärztinnen und Ärzte Beihilfe zum Suizid leisten. Wir positionieren uns entschieden gegen alle Formen der geschäftsmäßig organisierten Sterbehilfe und Suizidbeihilfe.

Wir teilen hier die Position der Bundesärztekammer, die sie in den aktuellen „Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung“ und der Musterberufsordnung für Ärztinnen und Ärzte zum Ausdruck bringt: Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe. […]“

[Erklärung als PDF]

Quelle: © Alexianer GmbH

Raphaelsklinik zeigt „Münster 4 Life“

Artikel-RAK_23062015Münster – Am Donnerstag, 25.06. wird im Foyer der Raphaelsklinik die Ausstellung „Impressionen“ der Gruppe „Münster 4 Life“ eröffnet. Die Gastrede hält der Autor und Journalist Ralf Heimann, Musik machen Jan Löchel mit seinem Solo-Projekt JYLLAND und Henrik Boehl am Piano. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.

Jonas Hofmann und Mike Schmitz haben sich als „Münster 4 Life“ vor allem in den sozialen Netzwerken mit ihren lebendigen Münster-Fotos und beeindruckenden Zeitrafferfilmen und Videos aus der Domstadt eine große Fangemeinde erarbeitet. Der besondere Stil der Fotos ist zu einem Markenzeichen geworden und lassen so Motive, die man schon oft gesehen hat, wieder zu etwas Besonderem werden. Dies ist ihre erste öffentliche Ausstellung. Neben ihren Münster Motiven zeigen die Beiden auch eine Auswahl von Fotos von ihren Reisen durch die europäischen Metropolen wie Paris, London und Barcelona.

Datum: Donnerstag, 25.06.2015
Ort: Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Gastrede: Autor und Journalist Ralf Heimann,
Musik: Jan Löchel mit seinem Solo-Projekt JYLLAND und Henrik Boehl am Piano
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, kostenfrei

Quelle: © Raphaelsklinik Münster

Neues Ultraschallgerät
für die Kinderklinik des Clemenshospitals

Münster – Mukoviszidose ist eine Stoffwechselerkrankung, die bereits im Kindesalter auftritt und den betroffenen jungen Patienten vor allem das Atmen zunehmend erschwert. So hat es vor 32 Jahren auch Anneliese Hillebrand bei einem ihrer Schüler miterlebt. Die damalige Lehrerin engagierte sich auch privat sehr für den Jungen, der kurz nach seinem Schulabschluss der tückischen Krankheit erlag. „Am Sterbebett wurde mir klar, dass ich mich im Kampf gegen Mukoviszidose engagieren muss“, berichtet die 78-jährige Lippstädterin. Diesem Engagement verdankt die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals ein neues Ultraschallgerät im Wert von 20.000 Euro. „In der Mukoviszidose-Ambulanz der Klinik werden jährlich etwa 100 Mukoviszidosepatienten behandelt, sowohl Kinder als auch Erwachsene“, erklärt der Oberarzt Dr. Peter Küster, der seit 21 Jahren auf die Behandlung dieser Erbkrankheit spezialisiert ist. 15.000 Euro hat Hillebrand durch den Verkauf ihrer liebevoll gestalteten Koch- und Backbücher und durch Spenden gesammelt. Weitere 500 Euro stammen vom Mukoviszidose e. V., die restlichen 4500 Euro hat das Clemenshospital finanziert. „Das neue Gerät ist eine große Hilfe, um in unserer Ambulanz Zeitverzögerungen zu vermeiden“, freut sich Küster. Die zahlreichen, in Handschrift verfassten Rezepte der Koch- und Backbücher hat Anneliese Hillebrand gesammelt, erprobt und verbessert. „Meine Familie hat mich dabei sehr unterstützt, sonst wäre das gar nicht möglich gewesen“, pro verkauftem Exemplar gehen 9,10 Euro in die Forschung und Behandlung der Mukoviszidose. Zusammen mit Spenden sind so bereits über 110.000 Euro zusammengekommen. Unter den Titeln „Erprobte Kochrezepte“ und „Erprobte Backrezepte“ sind die Werke im Buchhandel erhältlich.

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Bild: Anneliese Hillebrand (l.) hat der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals ein neues Ultraschallgerät gespendet. Unterstützt wurde sie von Ulrike Kellermann-Maiworm vom Mukoviszidose e. V. (2.v.l.). Chefarzt Dr. Georg Hülskamp, Verwaltungsdirektor Christian Bake und Oberarzt Dr. Peter Küster (v.l.) freuen sich über das moderne Diagnosegerät.

Quelle: © Clemenshospital Münster