Archiv für den Monat: Mai 2015

Herz und Nieren:
Selbstverteidigung verhindert OP-Komplikationen

OP-BildMünster (mfm/tw) – Herz-OPs gefährden die Nieren: Operationen am offenen Herzen können zu akutem Nierenversagen führen, einen wirksamen Schutz dagegen gibt es bisher nicht. Ein internationales Team um den münsterschen Anästhesiologie-Professor Dr. Alexander Zarbock brachte die Nieren mit einem Trick dazu, sich selbst zu verteidigen. Die Ergebnisse der Studie sind am Freitag (29. Mai) in der amerikanischen Fachzeitschrift JAMA (The Journal of the American Medical Association) veröffentlicht worden.
Akutes Nierenversagen ist eine der häufigsten Komplikationen bei Herzoperationen – die Nieren funktionieren nur eingeschränkt und können Giftstoffe nur noch unzureichend ausscheiden. Das Blut der Patienten muss häufig durch eine Dialyse künstlich gereinigt werden, im schlimmsten Fall führt das Versagen der Nieren zum Tod. Zarbock und seine Kollegen senkten die Komplikationswahrscheinlichkeit nun deutlich, indem sie die Nieren vorwarnten.

„Der Trick ist einfach“, erläutert Zarbock: „Wir täuschen dem Körper eine Verletzung vor, indem wir eine Arterie im Arm des Patienten für wenige Minuten abbinden. Dadurch kann kein Blut mehr in den Unterarm fließen, der Körper schüttet verschiedene Botenstoffe in den Blutkreislauf aus. Die Nieren filtern diese Moleküle heraus, erkennen sie als Alarmsignale für Schäden im Körper und fahren ihre Abwehr hoch.“ Das Verfahren – als ischämische Präkonditionierung (IPC) bekannt – hat sich in einigen Studien bereits bewährt, um Schäden am Herzen bei koronarer Herzkrankheit vorzubeugen.

In der aktuellen Studie fand das Team einige Signale, mit denen sich Nierenzellen gegenseitig vor Verletzungen warnen, so Zarbock, der als Oberarzt in der münsterschen Uniklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin arbeitet und eine Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft innehat. „Wir konnten im Urin der vorbehandelten Patienten die Biomarker TIMP2 und IGFBP7 nachweisen. Diese Proteine signalisieren normalerweise, dass die Nieren gestresst sind und nicht richtig funktionieren – in diesem Fall schützten sie allerdings vor Folgeschäden.“
„Das System funktioniert ähnlich wie ein Feuermelder“, erläutert Ko-Autor Dr. John Kellum, Direktor des Zentrums für intensivmedizinische Nephrologie (Nierenheilkunde) der University of Pittsburgh (Pennsylvania/USA): „Feuermelder werden angebracht, um Gebäude und Bewohner zu schützen. Wenn ein Melder schrillt, zeigt das zwar eine gefährliche Lage an – der Alarm selbst wirkt aber positiv. Wir haben es geschafft, ihn auszulösen, bevor das Feuer ausbricht.“

Insgesamt betrachteten die Forscher 240 Herz-OP-Patienten mit hohem Komplikationsrisiko, in Münster, Tübingen, Freiburg und Bochum. 38 Prozent der Patienten, deren Nieren vor der Herzoperation auf Verletzungen vorbereitet worden waren, erlitten akutes Nierenversagen; bei den nicht vorbehandelten Patienten waren es 53 Prozent. Die IPC-Patienten verbrachten durchschnittlich einen Tag weniger auf der Intensivstation, nur sechs Prozent von ihnen waren nach der Operation auf eine Dialyse angewiesen – gegenüber 16 Prozent der unvorbehandelten Patienten. Ob die Sterblichkeit nach Herzoperationen durch IPC verringert werden kann, können die Forscher aufgrund der Studiengröße noch nicht sagen.
„Diese Studie zeigt gleich mehrere hilfreiche Dinge“, so Kellum: „Einen neuen Behandlungsansatz für eine gefährliche Krankheit, neue Tests zur Beurteilung der Behandlungseffizienz und Erkenntnisse zu den Ursachen der Krankheit. Selten bringt eine einzige Studie so viel.“

Aktionstag gegen den Schmerz
informiert Betroffene und Angehörige

Gemeinsame Veranstaltung münsterischer Krankenhäuser:
Vorträge und Workshops am St. Franziskus-Hospital zum Umgang mit Schmerzen

Münster – Münsterische Krankenhäuser beteiligen sich gemeinsam am bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 2. Juni: Zwischen 15 und 17 Uhr können sich Betroffene, Angehörige, Therapeuten und Pflegende über Behandlungsmöglichkeiten informieren und beraten lassen. Der Themenschwerpunkt des Aktionstages in Münster liegt in diesem Jahr auf dem Zusammenhang zwischen Schmerz und Bewegung. Veranstaltungsort ist das Marienhaus am St. Franziskus-Hospital, St. Mauritz-Freiheit 48, in Münster.

„Es gibt gute Therapiekonzepte, die helfen, den Schmerz zu lindern“, betont Martina Lammers, Pain Nurse am St. Franziskus-Hospital Münster und Mitorganisatorin des Aktionstages. „Wichtig ist, dass Schmerzursachen und die besondere Lebenssituation des Patienten gründlich abgeklärt werden und alle Professionen fachübergreifend gut zusammenarbeiten.“ Zur Bedeutung von Bewegung für Körper, Psyche und Sozialverhalten referiert daher zu Beginn Bärbel Overkamp, Fachlehrerin für präventive und rehabilitative Mobilisation aus dem Clemenshospital. Wie hilfreich Bewegung bei der Bewältigung von Schmerzen sein kann, können die Besucher des Aktionstags anschließend in Workshops erleben. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Aktionstag-Schmerz

Bild: Pflegeexperten zum Thema Schmerz in Münster (v.l.): Elisabeth Buddenberg, Cornelia Schünemann, Ruth Boche, Nadja Nestler, Thomas Wittling, Martina Lammers und Martina Rettig.

Mit dem „Aktionstag gegen den Schmerz“ macht die Deutsche Schmerzgesellschaft mit Unterstützung von weiteren Schmerzorganisationen, Pflegeverbänden und auch Apotheken jedes Jahr auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen aufmerksam, die an chronischen Schmerzen leiden. Bundesweit finden in über 500 Praxen, Kliniken und Apotheken Aktionen, Infotage und Vorträge statt. Der Aktionstag in Münster wird nunmehr zum vierten Mal veranstaltet.

Den „Aktionstag gegen den Schmerz“ in Münster führen folgende Institutionen gemeinsam durch: Clemenshospital, Evangelisches Krankenhaus Münster, St. Franziskus-Hospital, Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Raphaelsklinik Münster und das Universitätsklinikum Münster.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat eine kostenlose Patientenhotline eingerichtet:
Am 2. Juni 2015 stehen in der Zeit von 9 bis 18 Uhr Schmerztherapeuten den Schmerzpatienten Rede und Antwort in einer kostenlosen Telefonhotline (Tel: 0800-818 120). Erstmalig in diesem Jahr machen auch Pflege-Schmerzexperten beim Aktionstag mit. Als Extraservice für Pflegefachkräfte hat die Deutsche Schmerzgesellschaft gemeinsam mit den Pflegeverbänden ein Expertentelefon „Schmerz & Pflege“ für den 2. Juni eingerichtet. Pflegende können sich zwischen 9 und 18 Uhr unter Tel. 0800-18 18 129 von Pflegeexperten beraten lassen.

Etwa 23 Mio. Deutsche (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen, 95 Prozent davon über chronische Schmerzen, die nicht durch Tumorerkrankungen bedingt sind. Legt man die „Messlatte“ der Beeinträchtigung durch die Schmerzen zugrunde, so erfüllen 6 Mio. Deutsche die Kriterien eines chronischen, nicht tumorbedingten, beeinträchtigenden Schmerzes. Die Zahl chronischer, nicht tumorbedingter Schmerzen mit starker Beeinträchtigung und assoziierten psychischen Beeinträchtigungen (Schmerzkrankheit) liegt bei 2,2 Mio. Deutschen.

„Aktionstag gegen den Schmerz“
Datum: 02.06.2015
Ort: Marienhaus am St. Franziskus-Hospital, St. Mauritz-Freiheit 48, in Münster
Uhrzeit: 15.00 – 17.00 Uhr
Zielgruppe: Betroffene, Angehörige, Therapeuten und Pflegende

Neue elektronisch verstellbare Krankenbetten für die Patienten des UKM

Extreme Koordinationsleistung: Mehr als 1400 Betten bis Ende November am UKM unter laufendem Klinikbetrieb ausgetauscht

Münster (ukm/ks) – Mehr als 1400 Betten werden derzeit am UKM (Universitätsklinikum Münster) ausgetauscht. Voraussichtlich Ende November können dann alle Patienten in elektronisch verstellbaren Krankenbetten liegen. Nicht nur für die Patienten bedeutet das besseren Komfort. Auch für das Pflegepersonal ist es eine große Erleichterung. Denn die Liegeposition kann nun einfach per Knopfdruck verstellt werden. Die alten Betten mussten mit Kurbeln umgestellt werden, was nur mit großem Kraftaufwand ging. „Die Patienten behalten so ein großes Stück Selbständigkeit, sie müssen nicht das Pflegepersonal fragen, wenn Sie ihre Liegeposition verändern wollen“, freut sich die stellvertretende Pflegedirektorin Annemarie Schäper. „Die Umstellung von Alt auf Neu im laufenden Klinikbetrieb ist eine koordinatorische Meisterleistung. Nur, weil Einkauf, Service, Hygienetechnik, Patientenbegleitdienst und Pflege exakt abgestimmt sind, klappt das so reibungslos.“

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Bild: Etwa 30 moderne Betten passen in einen LKW mit zwei Hängern. Bis Ende November tauscht das UKM so mehr als 1400 Betten um.

In der Umsetzung sieht das so aus: alle zwei Wochen kommt ein LKW mit zwei Hängern. In diese Hänger passen ca. 30 Betten. Die betroffene Station weiß von dem Liefertermin und sortiert an dem Tag die alten Betten aus. Die neuen Betten werden ausgeladen, direkt danach gereinigt und desinfiziert, mit bezogenen Matratzen bestückt und sind damit schon wieder für die Station einsatzbereit. „Eine besondere Herausforderung sind die Betten im Kinderbereich. Denn dort müssen spezielle Anforderungen erfüllt werden“, heißt es von Annemarie Schäper. Diese werden deshalb zum Schluss ausgetauscht.

Hydraulische Betten in gutem Zustand werden gespendet

Wenn die alten Betten defekt sind, werden sie verschrottet. Hydraulische Betten, die in gutem Zustand sind und einwandfrei funktionieren, werden als Reservebetten behalten oder aber an Einrichtungen gespendet, die dringend funktionierende Krankenbetten benötigen. Unter anderem gingen mehrere Ladungen nach Rumänien.

Raphaelsklinik informiert über künstliche Gelenke

Artikel-RAK_18052015Münster – Meist kommt die Frage, ob ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk implantiert werden muss, nicht überraschend. Sie haben Zeit, sich zu informieren, abzuwägen und den für Sie besten Weg zu finden. Während unserer regelmäßig stattfindenden Patientenseminare haben Sie die Gelegenheit, aus unterschiedlichen Blickwinkeln alle Fragen rund um den künstlichen Gelenkersatz zu beleuchten. Mediziner, Mitarbeiter des Pflegeteams und Physiotherapeuten berichten verständlich und umfassend und beantworten gerne Ihre Fragen.

Am Mittwoch, 20. Mai, dreht sich um 16 Uhr in der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, alles um das Thema „Das künstliche Knie- und Hüftgelenk“. Unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff vermitteln Experten aus Medizin, Pflege und Physiotherapie einen umfassenden Überblick über den künstlichen Gelenkersatz. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch.

Datum: 20.05.2015
Uhrzeit: 16.00 Uhr
Ort: Raphaelsklinik, Loerstraße 23
Besonderheiten: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.

Rückenschmerzen überwinden

Facharztvortrag im ATZ informiert über aktuelle Konzepte

RueckenschmerzenMünster – Aufgrund von Rückenschmerzen ist die Lebensqualität vieler Menschen stark eingeschränkt. „Es gibt viele Möglichkeiten, Rückenschmerzen zu vermindern oder zu vermeiden und die Lebensqualität deutlich zu verbessern“, ist Dr. Ulrich Frohberger überzeugt. Wie schmerzhafte Funktionsstörungen der Wirbelsäule durch schonende Therapieformen und gezieltes, individuelles Training vermieden werden können, stellt der Orthopäde am kommenden Donnerstag, 21. Mai, in einem Vortrag dar. Die kostenlose Veranstaltung im Ambulanten TherapieZentrum (ATZ) in der Friedrich-Ebert-Str. 113 beginnt um 19.30 Uhr.

In seinen Ausführungen informiert Dr. Ulrich Frohberger über aktuelle Diagnosemöglichkeiten und die Aussagekraft apparativer funktioneller Wirbelsäulen-Untersuchungen durch Röntgen, Kernspin- und Computertomographie. Therapeutisch werden die Möglichkeiten physikalischer und physiotherapeutischer Maßnahmen sowie der Schmerztherapie, der Trainingstherapie und des Reha-Sports dargestellt. Der Orthopäde macht auch deutlich, dass das Auftreten von Rückenschmerzen oft seine Ursachen in der Lebensführung der Betroffenen hat: „Hier handelt es sich um einen lebenslangen Prozess, der in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt.“ Dabei macht Dr. Frohberger Mut und zeigt Wege auf, sich dieser Verantwortung zu stellen.

Vielfältige Unterstützung auf diesem Weg bietet das Ambulante TherapieZentrum (ATZ) in Münster. „Gerade bei Rückenschmerzen kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu“, bestätigt Steffen Patschorke, Leiter des ATZ. In Folge von sitzenden Tätigkeiten komme es zu muskulären Dysbalancen und schmerzhaften Verspannungen. Grund dafür sei unter anderem eine Verkürzung der Bauchmuskulatur, die durch die Rückenmuskulatur ausgeglichen werden muss. „Vielfach kann schon durch die Kräftigung der teils schwachen oder überlasteten Rückenmuskulatur eine deutliche Minderung der Beschwerden erreicht werden“, erläutert Patschorke. Um Probleme zu vermeiden, empfiehlt er jedem, der beruflich eine sitzende Tätigkeit ausführt, präventiv einen haltungs- und rückengerechten Ausgleichssport wie z.B. Rückenschule zu machen. Im ATZ finden Betroffene ausführliche Beratung und besondere Angebote zum Gruppen- und Einzeltraining.

Weitere Informationen im ATZ unter Telefon (0251).1310842-0.

Datum: 21.05.2015
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: Ambulanten TherapieZentrum (ATZ) in der Friedrich-Ebert-Str. 113
Zielgruppe: Patienten, Angehörige und Interessierte
Besonderheiten: Eine Anmeldung zum Vortrag ist nicht erforderlich.

Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht

Montagsreihe mit Wiederholungstermin

Artikel-SFH_15052015Telgte – Am Montag, 18. Mai 2015 geht es in der Montagsreihe um die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht. Mit dieser Therapie können über 90 Prozent der bekannten Schmerzzustände (wie z.B. Arthrose, Fibromyalgie, Schulterschmerzen, Kopf- und Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Hüft- und Knieschmerzen) erfolgreich behandelt werden. Die Bewegungslehre nach Liebscher und Bracht wird ebenfalls erklärt und kurz demonstriert.

Physiotherapeut B.sc. Floris Buijze und Physiotherapeutin Elisabeth Wellermann stellen in der Klinik Maria Frieden Telgte zum wiederholten Mal die Anwendungsgebiete und Möglichkeiten der einzigartigen Schmerztherapie vor.

Datum: 18.05.2015
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Klinik Maria Frieden in der Cafeteria im Erdgeschoss
Zielgruppe: Patienten, Angehörige und Interessierte
Besonderheiten: Die Teilnahme ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht erforderlich.

Multiple Sklerose:
Expertenvorträge für Patienten und Angehörige in Münster

Münster – Multiple Sklerose: diese Diagnose hören jedes Jahr 2.500 Menschen in Deutschland zum ersten Mal. Die meisten Betroffenen sind schockiert, haben Angst, langfristig auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Dabei ist MS zwar unheilbar. Doch eine Behinderung ist dank neuer Therapien meist zu vermeiden. Wie? – Das und mehr erfahren Patienten und Interessierte am Freitag, 29. Mai 2015. Dann laden das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und das Universitätsklinikum Münster (UKM) mit Unterstützung der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft (DMSG) Münster zum Infotag in die Räume der Bezirksregierung Münster.

„Unsere Veranstaltung bietet sowohl aktuelle Informationen über Chancen und Risiken der MS-Therapie als auch einen Einblick in den Stand der MS-Forschung“, so Prof. Dr. Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie des UKM und stellvertretender Vorstandssprecher des KKNMS. „Viele Patienten sind durch die erweiterte Bandbreite an Therapien und immer wieder auftretende, zum Teil schwere, Nebenwirkungen verunsichert. Es ist uns daher besonders wichtig, den Zuhörern die Gelegenheit zu geben, ihre Fragen zu stellen.“, betont Prof. Dr. Heinz Wiendl. Er wird die Veranstaltung mit einem Vortrag zum aktuellen Stand der MS-Therapie eröffnen und die Möglichkeiten, Wirkung und Erfolge der momentan verfügbaren Medikamente erläutern. UKM-Neurologin Dr. Luisa Klotz geht im Anschluss auf die Risiken und dadurch notwendige Überwachung der modernen MS-Therapien ein: Welche Untersuchungen sind in welchen Abständen notwendig, um mögliche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen? In einem weiteren Vortrag gibt Prof. Dr. Dr. Sven Meuth, stellvertretender Direktor der neurologischen Uniklinik, einen Einblick in die aktuellen Forschungsaktivitäten rund um die Multiple Sklerose. Die Teilnehmer erfahren, welchen Fragen sich die Wissenschaft momentan widmet und wie die in Studien gesammelten Daten und Proben hierzu beitragen. Auf die Fatigue geht Diplompsychologe Andreas Johnen im letzten Vortrag des Nachmittags ein. Er ordnet die Ermüdungserscheinung, unter der mehr als die Hälfte der MS-Betroffenen leidet, neuropsychologisch ein und stellt Maßnahmen vor, um sie zu lindern.

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Bild: Eröffnet wird die Veranstaltung durch das KKNMS, Prof. Dr. Heinz Wiendl (Stellv. Vorstandssprecher) Universitätsklinikum Münster, Klinik für Allgemeine Neurologie

Nach jedem Vortrag sowie in der Pause stehen die Referenten für Fragen zur Verfügung. Außerdem sind die DMSG Münster und das KKNMS bereits während des Begrüßungskaffees vor Beginn der Vorträge mit einem Infostand vertreten.

Seit sieben Jahren rückt der internationale Welt-MS-Tag Ende Mai die unheilbare Krankheit Multiple Sklerose in den Fokus.

Datum: 29.05.2015
Uhrzeit: 14.30 – 17.30 Uhr
Ort: Bezirksregierung Münster, Saal 1, Domplatz 1-3, 48143 Münster
Zielgruppe: Patienten und Angehörige
Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis 22. Mai 2015 bei Frau Sarah Khalil für die Veranstaltung an:
Telefon +49 251 83-46811 oder sekretariat.neurologie@ukmuenster.de

Das vollständige Programm und eine Anfahrtsskizze zum Veranstaltungsort können Sie sich hier: [Programm/Anfahrtsskizze] herunterladen.

Magnetresonanztomographen schwebt über das Clemenshospital

Münster – Wer am Samstag das Clemenshospital betrat oder aus dem Krankenhausfenster blickte, traute vermutlich seinen Augen kaum: Da schwebte doch tatsächlich ein MRT-Gerät durch die Luft! Dabei handelte es sich allerdings keineswegs um eine optische Täuschung, sondern das Krankenhaus am Düesbergweg bekam einen neuen Magnetresonanztomographen (MRT) geliefert. Eigens dafür wurde in den letzten Monaten ein Gebäude an das Haupthaus angebaut, um Platz für das neue, leistungsstarke Gerät zu schaffen. Auf „normalem“ Wege konnte der Tomograph nicht an seinen Platz gebracht werden. Deshalb fuhr am frühen Samstagmorgen ein Schwertransporter mit einem großen Kran vor den Haupteingang vor, um das MRT samt Zubehör über das Gebäude und hinein in den Anbau zu heben. Und zwar durch das Dach hindurch, das in einer Regenpause geöffnet werden musste. Nach fast vier Stunden stand alles an seinem Platz. In den nächsten Tagen wird das Gerät startklar gemacht.

MRT1-Clemenshospital

Bild: Zum Schluss war es Millimeterarbeit, damit der Tomograph durch das Dach des Anbaus passte.