Archiv für das Jahr: 2015

Zukunftsvertrag unterzeichnet

Misericordia GmbH und Alexianer GmbH besiegeln Zusammenschluss

Münster – Bereits im November letzten Jahres ist der Zusammenschluss bekannt gegeben worden. Gestern wurde es nun amtlich: Die Misericordia GmbH, die in Münster das Clemenshospital und die Raphaelsklinik betreibt und zu der darüber hinaus das Augustahospital in Anholt sowie das St. Walburga-Krankenhaus in Meschede gehören, wirtschaftet ab sofort gemeinsam mit der Alexianer GmbH. Die Alexianer GmbH hält 50,1 Prozent der Gesellschaftsanteile, die Maria-Alberti-Stiftung 49,9 Prozent. Die neue Gesellschaft trägt den Namen Alexianer Misericordia GmbH.
Für die Maria-Alberti-Stiftung unterzeichneten Schwester Charlotte Schulze Bertelsbeck, Generaloberin der Clemensschwestern, Schwester Gisela Maria Manders und Peter Fröhlich den Vertrag. Auf der Seite der Alexianer unterzeichnete Hauptgeschäftsführer Andreas Barthold. Für den bisherigen Mitgesellschafter der Misericordia GmbH, die Gräflich Stolberg’sche Familienstiftung, Benedikt Graf Droste zu Vischering, Dr. Klaus Winterkamp und Schwester Charlotte Schulze Bertelsbeck eine Unterschrift. Damit wurden die Gesellschaftsanteile, die die Gräflich Stolberg‘sche Familienstiftung bisher gehalten hatte, an die Alexianer GmbH übertragen.

„Durch die Kooperation mit einem starken Partner, wie den Alexianern, stärken wir unsere bisherige Position in der Region und können die Krankenhausversorgung noch weiter verbessern“, sagte Schwester Charlotte Schulze Bertelsbeck während der Feierstunde zur Unterzeichnung des Zukunftsvertrags.

Auch die Alexianer zeigen sich davon überzeugt, dass hier eine zukunftsweisende Kooperation auf den Weg gebracht wurde. Für Andreas Barthold, Hauptgeschäftsführer der Alexianer-Einrichtungen in Deutschland, bedeutet „insbesondere die Ergänzung der bestehenden Angebote beider Träger, die sichnicht in einer Konkurrenzsituation befinden, eine gute Basis für gemeinsames Handeln.“
Der Zusammenschluss der beiden katholischen Träger stärkt die konfessionellen Einrichtungen im Bistum Münster. Dabei steht die Wahrung christlicher Wertvorstellungen im Vordergrund. Ziel ist es, den Bürgern nachhaltig den Zugang zu umfassenden Gesundheitsleistungen anzubieten. Die somatischen Angebote der Misericordia-Krankenhäuser und die psychiatrischen Angebote sowie Altenpflege, Behinderteneinrichtungen, Pflegedienste und Kurzzeitpflege der Alexianer bieten dabei gute Möglichkeiten der fachlichen Vernetzung.

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Bild: Alle Gremienvertreter der Alexianer und der Clemensschwestern sind sich einig: der Zusammenschluss der beiden katholischen Träger stärkt die Gesundheitsversorgung in der Region.

Quelle: © Misericordia GmbH Münster

Patchworkerinnen aus Werne spenden Decken für Frühchen

Kuschlige Erinnerung an die Intensivstation

Münster – Überglücklich sind die meisten jungen Eltern, wenn sie mit dem zu früh auf die Welt gekommenen Nachwuchs auf dem Arm nach mehreren Wochen endlich die Kinderintensivstation des Clemenshospitals in Münster verlassen dürfen. Als Erinnerung an diese intensive Zeit erhalten sie zum Abschied eine fröhlich bunte Patchworkdecke, liebevoll von Hand genäht von den sieben Frauen der Gruppe „Ninepatch“ aus Werne, jede Decke ist ein Einzelstück.
Alle 14 Tage treffen sich die Gruppenmitglieder zum gemeinsamen Nähen, manchmal werden komplette Wochenenden dem kunstvollen Zusammensetzen der gespendeten Stoffe und Füllmaterialien gewidmet. Gespendet wird das Material von unterschiedlichen Stoffgeschäften, die vliesartige Füllung kommt von der Firma Freudenberg in Weinheim. „Die Decken für die kleinen Babys sind ja nicht so groß, da geht das relativ schnell“ berichtet Heidrun Pöll während der Übergabe der neuesten Werke. Auf diese Weise sind bis heute bereits 110 Decken entstanden, drei bis vier Mal pro Jahr besuchen Vertreterinnen der Gruppe die Kinderintensivstation des Clemenshospitals, um für Nachschub zu sorgen.
An jeder Decke hängt ein Pflegehinweis, damit die Patchwork-Kunstwerke möglichst lange durchhalten. Das Clemenshospital verfügt über ein Perinatalzentrum Level II, in dem Frühchen ab der 29. Schwangerschaftswoche betreut werden können.

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Bild: Henny Stentrup, Rosa Nadrowski und Heidrun Pöll (in zivil, v. l.) von der Patchworkerinnen-Gruppe Ninepatch übergeben eine neue Lieferung Patchworkdecken an Maria Brand (l.) und Gerlinde Ehses (r.) von der Kinderintensivstation des Clemenshospitals.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Volkskrankheit Depression:
Forschergruppe sucht Probanden mit und ohne Vorerkrankungen

Münster (mfm/kd) – Mehr als jeder zehnte Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens daran: Depressionen. Zwei entscheidende Risikofaktoren wurden bereits identifiziert: Gene sowie stressbedingte Umwelteinflüsse können Auslöser für die Krankheit sein. Aber wie sich die beiden Faktoren gegenseitig beeinflussen und wie sie zum Ausbruch der Erkrankung führen, ist noch weitgehend unklar – und daher Forschungsgegenstand einer Gruppe von Wissenschaftlern aus Marburg und Münster. Für ihre großangelegte Studie sucht das Team Probanden.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit drei Millionen Euro geförderte Projekt mit dem Titel „Neurobiologie psychischer Störungen“ dient unter anderem dem Herausfiltern von Unterformen der Depressionen. Unter dem Dach der Forschergruppe FOR 2107 – so die DFG-interne Abkürzung – arbeiten über 50 Experten zusammen. Bei dem von den Psychiatrie-Professoren Tilo Kircher (Marburg) und Udo Dannlowski (Münster) geleiteten Projekt werden die Hirnstrukturen der Teilnehmer mittels Magnetresonanztomographie (MRT) durchleuchtet. So wollen die Forscher herausfinden, wie sich die Risikofaktoren für eine depressive Erkrankung gegenseitig beeinflussen, wie hoch das individuelle Rückfallrisiko ist und wie sich neue Therapiemöglichkeiten entwickeln lassen.

Eine große Teilnehmerzahl ist wichtig für den Erfolg der Studie. Udo Dannlowski, zuvor in Marburg tätig und kürzlich auf eine Professur an der Universität Münster berufen, sucht daher nun auch dort Probanden. „Wir benötigen insgesamt 2.500 Studienteilnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren“, so der Mediziner. Dannlowski sucht einerseits Menschen, die an einer Depression, einer manisch-depressiven (bipolaren) Erkrankung oder an Schizophrenie litten beziehungsweise leiden sowie andererseits – als Vergleichsgruppe – solche, die psychisch gesund sind.
Für die Studienteilnahme, für die insgesamt vier Stunden Zeit eingeplant werden sollten, erhalten die Probanden neben 50 Euro ihr eigenes MRT-Bild auf einer CD. Die Untersuchung sei gesundheitlich völlig unbedenklich, stellt der Psychiater Dannlowski klar: Nach einem längeren Interview zum Thema „Psychische Gesundheit“ folgen eine MRT-Untersuchung sowie neuropsychologische Sprach- und Gesundheitstests. Außerdem wird den Probanden Blut abgenommen sowie eine Haar- und eine Speichelprobe entnommen. Nach zwei Jahren bitten die Forscher ihre Probanden zu einer Folgeuntersuchung, die zusätzlich vergütet wird. Weitere Informationen erhalten Interessenten unter der Telefonnummer 0251-8357215, über die Mailadresse mrt.studie@wwu.de, oder im Internet (www.for2107.de).

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Bild: Freut sich auf neue Probanden: das münstersche Team der Forschergruppe FOR 2107 um Prof. Udo Dannlowski (vorn, im schwarzen Hemd; Foto: privat)

Quelle: © Medizinische Fakultät Münster

Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Münster – Das Organisations-Team der Weihnachts-Aktion im Clemenshospital ist überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, von der es in den letzten Wochen überrollt wurde. Die Mitarbeiter konnten sich von einem Weihnachtsbaum Wunschzettel abnehmen und die Wünsche von Bewohnerinnen des „Frauenhaus Münster“ und deren Kindern sowie von Gästen des „Treffpunkts an der Clemenskirche“ erfüllen und dringend benötigte Sachen für die Flüchtlings-Notunterkunft in der ehemaligen Wartburgschule sowie für die Flüchtlings-Schule auf dem Gelände der alten Oxford-Kaserne besorgen.

150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten sich an der Aktion und spendeten über 180 liebevoll verpackte Geschenke. Nach nur zwei Tagen mussten weitere Zettel aufgehängt werden, so überwältigend war die Spendenbereitschaft. Außerdem wurden ausrangierte Kleidung und Spielzeug gespendet, sogar eine Nintendo Wii-Konsole war dabei, die bald im Gemeinschaftsraum des Frauenhauses für ein paar unbeschwerte Momente sorgen wird. Viele Päckchen wurden noch aufgerüstet mit Schoko-Nikoläusen und anderen Süßigkeiten oder mit persönlichen Worten versehen.

Die Geschenke werden in den nächsten Tagen an die Einrichtungen verteilt und sicher für viele leuchtende Augen sorgen. Die Organisatoren sind sich einig: „Das schönste an Weihnachten ist nicht das beschenkt werden, sondern das Schenken!“

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Bild: Überwältigt von der Menge an Geschenken waren (v. l.) Andrea Frye, Reinhild Everding und Sonja Buske vom Clemenshospital.

Quelle: © Clemenshospital Münster

Feintuning für Fahrradtour zugunsten der Progerie-Forschung am UKM

Von Brühl zum Nordkap:
„Tasso-Tour-Fahrer“ Anastasios Simeonidis bekommt sein „Bike gepimpt“

Münster (ukm/ks) – Die Vorbereitungen für die geplante Fahrradtour zugunsten der Progerie-Forschung am UKM (Universitätsklinikum Münster) laufen auf Hochtouren. Derzeit bekommt vor allem das Spezialfahrrad von Anastasios Simeonidis – er selbst nennt sich Tasso – den Feinschliff. Der bekannte Brühler Gastronom will im Mai 2016 mit seiner „Tassotour“ für zu schnell alternde Kinder bis ans Nordkap fahren.

Laut Peter Hürter von Fahrrad-XXL Hürter in Münster wurde ein Mountainbike nach Tassos Wünschen so umgebaut, dass er die anspruchsvolle Strecke von etwa 3.000 Kilometern in den geplanten 21 Tagen schaffen kann. „Tassos Fahrrad ist jetzt eine Mischung aus allem: Mountainbike, Trekkingrad, Crossrad, Rennrad, alles ist dabei, nur das Hollandrad fehlt“, schmunzelt Hürter.

Alle Spendengelder der Fahrradtour kommen der Progerie-Forschung am UKM zugute. Progerie ist eine sehr seltene Krankheit, bei der betroffene Kinder wie im Zeitraffer altern. Die Haut verändert sich, die Haare fallen aus, die Gelenke schmerzen und ein Herzinfarkt kann schon nach dem zehnten Geburtstag kommen. Das erste wirksame Medikament bei Progerie wird bisher ausschließlich an der Universitätsklinik in Boston (USA) in wissenschaftlichen Studien eingesetzt. Prof. Dr. Thorsten Marquardt, Leiter des Bereichs für angeborene Stoffwechselerkrankungen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKM, beschäftigt sich mit seinem Team bereits seit vielen Jahren mit der Erforschung dieser seltenen Krankheit. Durch seinen Einsatz ist es gelungen, eine Genehmigung für die Behandlung einer Progeriepatientin mit diesem Medikament hier in Deutschland zu bekommen.
Mehr Informationen finden Sie unter www.tassotour.com.

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Bild: (v.l.) Tassos Ausrüstung für die Tour zum Nordkap wird startklar gemacht: Prof. Dr. Thorsten Marquardt, der Leiter des Bereichs für angeborene Stoffwechselerkrankungen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKM; Anastasios Simeonidis, der sich auch gerne kurz Tasso nennt, sowie Peter Hürter, der Geschäftsführer von Fahrrad-XXL Hürter in Münster.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Schweinachtsmann besucht Kinderonkologie am UKM

A-Capella in der Weihnachtszeit

Artikel-UKM_11122015BMünster (ukm/rem) – Ein dicker Mann mit weißem Bart und rotem Mantel: Nicht immer sieht der Weihnachtsmann genauso aus. Seit 13 Jahren erzählt die Münsteraner A-Cappella-Band 6-Zylinder eine ganz andere Geschichte und begeistert damit jedes Jahr aufs Neue junge Musikfans am UKM (Universitätsklinikum Münster). Die 6-Zylinder erzählen musikalisch die Geschichte eines Schweins, das Aushilfsweihnachtsmann wird – Schweinachtsmann eben. Mit ihrem Kindermusical unterstützen die Musiker die Kinderonkologie am UKM und sorgen so für Abwechslung und weihnachtliche Stimmung bei den Jungen Patienten. „Die 6-Zylinder zaubern seit 13 Jahren ein Lächeln auf die Gesichter unserer Kinder auf der Station. Und außerdem sammeln sie für unsere Patienten bei ihrer Tour durch Münster Spendengelder. Das ist jedes Mal aufs Neue eine Weihnachtsüberraschung für uns“, freut sich Prof. Dr. Andreas Groll, Leitender Oberarzt der Kinderonkologie am UKM (Bild: zweiter von rechts) über das langjährige Engagement der beliebten A-Capella-Band.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

Wenn das Schlucken zur Qual wird

Welttag des Schluckens: Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie des UKM lädt am 16. Dezember zum Patientenseminar „Schluckrehabilitation nach Kopf-Hals-Tumoren“ ein

Artikel-UKM_11122015Münster (ukm/maz) – In Deutschland erkranken nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation pro Jahr schätzungsweise 15.500 Menschen neu an Krebs im Kopf-Hals-Bereich. Im Gegensatz zu anderen bösartigen Erkrankungen können nicht nur vor, sondern auch nach einer erfolgreichen Tumortherapie mittels Operation oder Bestrahlung Stimm-, Sprech- und Schluckstörungen auftreten.

Die Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie des UKM (Universitätsklinikum Münster) bietet zum diesjährigen Welttag des Schluckens am Mittwoch, dem 16. Dezember 2015, ein Patientenseminar „Schluckrehabilitation nach Kopf-Hals-Tumoren“ an. Laiengerecht aufbereitet geben die Mediziner einen Überblick über die Physiologie des Schluckens und Therapiemöglichkeiten nach Operationen im Kopf-Hals-Bereich. Denn oftmals ist die Rehabilitation durch Gewebedefekte und Sensibilitätsstörungen deutlich erschwert, der Alltag und vor allem das soziale Leben der Patienten sind stark eingeschränkt. Die Veranstaltung findet statt von 15.00 bis 17.00 Uhr im Seminarraum der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Kardinal-von-Galen-Ring 10, 48149 Münster. Im Anschluss stehen die Referenten für Fragen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen unter 0251 – 83 56871.

Datum: Mittwoch, 16.12.2015
Ort: Seminarraum der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie,
Kardinal-von-Galen-Ring 10, 48149 Münster
Uhrzeit: 15.00 – 17.00 Uhr
Besonderheiten: Anmeldung nicht erforderlich, Eintritt ist frei

Quelle: © Universitätsklinikum Münster

MS-Auszeichnung geht nach Münster:
Prof. Heinz Wiendl erhält europaweit höchstdotierten Forschungspreis zur Multiplen Sklerose

Artikel-UKM_11122015Stuttgart/Münster – Der Medizinstandort Münster hat sich zu einer Hochburg der Forschung zur Multiplen Sklerose, kurz: MS, entwickelt. Dies wird bestätigt durch einen Preis, den die Sobek-Stiftung am 11.12. im Neuen Schloss in Stuttgart verliehen hat: Ihren Sobek-Forschungspreis, die mit 100.000 Euro europaweit höchstdotierte Auszeichnung für MS-Grundlagenforschung, vergab die Stiftung an den münsterschen Universitätsmediziner Prof. Heinz Wiendl. Zwei Nachwuchspreise mit insgesamt 15.000 Euro Preisgeld gingen zudem an Prof. Dr. Christian Geis vom Universitätsklinikum Jena sowie an Dr. Clemens Warnke von Universitätsklinikum Düsseldorf.

Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems sind ein Schwerpunkt der forschenden und klinischen Tätigkeit von Prof. Dr. Heinz Wiendl. Der 47-jährige gebürtige Oberpfälzer ist seit 2013 Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie an der Universitätsklinik Münster, wo er bereits seit 2010 leitend tätig war. Gleichzeitig ist er an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster Prodekan für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Leiter diverser Forschungsschwerpunkte. Zuvor war er nach verschiedenen Forschungstätigkeiten seit 2004 Professor für Neurologie an der Universität Würzburg und Leiter der dortigen Klinischen Forschungsgruppe für MS und Neuroimmunologie.
Jürgen Walter, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dankte in seiner Laudatio der Sobek-Stiftung und jenen, die für sie tätig sind. Der Multiple-Sklerose-Preis trage mit dazu bei, die Forschung über MS voranzutreiben, aber eben auch, die Öffentlichkeit an dieser Entwicklung teilhaben zu lassen. Prof. Wiendl gehöre zu den „führenden Vertretern der Neuroimmunologie, insbesondere der MS-Forschung“, so Walter und habe „schon in jungen Jahren beachtliche wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der immunologisch bedingten Muskelentzündung erbracht.“ Walter erinnerte daran, dass Wiendl bereits im Jahr 2004 mit dem Sobek-Nachwuchspreis für seine Leistungen in der MS-Grundlagenforschung ausgezeichnet wurde.

Prof. Wiendl veröffentlichte seit 1998 über 170 wissenschaftliche Originalarbeiten in internationalen Publikationen, die sich mit neuro-immunologischen und neuroonkologischen Fragen beschäftigen – von der Grundlagenforschung bis hin zur Therapieentwicklung. Inhaltliche Schwerpunkte sind das Verständnis der Immunregulation sowie Biomarkerforschung für Prognose und Therapie. Der Neurologe und Neuroimmunologe hat entscheidenden Anteil an der Schaffung neuer Wissenschaftsstrukturen: Er baute interdisziplinäre Netzwerke mit international tätigen Wissenschaftlern auf, wie das Klinische Kompetenznetzwerk Multiple Sklerose (KKNMS), das sich sowohl theoretischen Fragestellungen wie klinischen Therapiestrategien widmet. So ist er auch Co-Sprecher des Sonderforschungsbereichs/Transregio der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur MS und gehört dem Steuerungsgremium eines Exzellenz-Clusters der Bundesregierung an.
Bereits zum 16. Mal fand die Preisverleihung der Sobek-Preise in Zusammenarbeit mit der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter (AMSEL), Landesverband der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG) in Baden-Württemberg, und dem DMSG-Bundesverband in Stuttgart statt. Seit dem Jahr 2000 hat die Sobek-Stiftung aus Renningen knapp zwei Millionen Euro für herausragende und wegweisende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose an die Träger der Forschungs- und der Nachwuchspreise vergeben.

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Erkrankung des Zentralnervensystems. Aus bislang noch unbekannter Ursache werden die Schutzhüllen der Nervenbahnen an unterschiedlichen Stellen angegriffen und zerstört, Nervensignale können in der Folge nur noch verzögert oder gar nicht weitergeleitet werden. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühlen über Seh-, Koordinations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Lähmungen. Die bislang unheilbare, aber mittlerweile behandelbare Krankheit bricht gehäuft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus. In Deutschland leiden rund 200.000 Menschen an MS. Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt.

Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung

Mit dem Sobek-Forschungspreis der Stiftung aus Renningen, Baden-Württemberg, werden richtungsweisende Leistungen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet. Entscheidungskriterien sind allein Qualität und Exzellenz der Forschungsleistung. Es kann sowohl eine außerordentliche wissenschaftliche Einzel- als auch eine Gesamtleistung gewürdigt werden. Die Sobek-Stiftung verleiht ihren Forschungspreis auf Vorschlag eines wissenschaftlichen Beirates in Zusammenarbeit mit AMSEL und dem DMSG Bundesverband.

Quelle: © Universitätsklinikum Münster