10 Jahre „Bunter Kreis“ am St. Franziskus-Hospital

Viele Erfolge bei der Kooperation für Kinder und Familien

Münster – Seit einer Dekade profitieren Eltern und ihre Kinder von der Zusammenarbeit des „Bunten Kreises Münsterland“ und dem St. Franziskus-Hospital Münster.

Der Vertrag mit dem Hospital zur Nachsorge für Familien mit chronisch und schwer kranken Kindern wurde im Juni 2006 geschlossen. Heute gibt es am St. Franziskus-Hospital ein eigenständiges Team vor Ort mit vier Nachsorgeschwestern, einer Nachsorgeleitung und einer Psychologin. Dieses Team kann rund 30 Familien im Jahr begleiten.

Die Geschäftsführerin des Bunten Kreises, Elisabeth Böke, das Direktorium des St. Franziskus-Hospitals und der zuständige Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin, Dr. Florian Urlichs freuen sich über viele Erfolgsgeschichten. „Wir wollen den Eltern stets das Gefühl vermitteln, auch zu Hause nicht allein gelassen zu werden. Sie sollen sich darauf verlassen können, dass immer eine kompetente und aus dem Klinikaufenthalt vertraute Ansprechpartnerin vom Bunten Kreis zur Seite steht“, unterstreicht Dr. Urlichs. Dabei werden die Angebote des Bunten Kreises nach wie vor zum überwiegenden Teil aus Spenden finanziert: Rund 60 Prozent der Aufwendungen muss der Verein selbst einwerben.

Die Kooperation mit der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin am St. Franziskus-Hospital ist die wichtigste Voraussetzung für ein Gelingen der Begleitung von betroffenen Familien. „Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, betont Elisabeth Böke. „In den letzten zehn Jahren haben wir an allen Standorten des Bunten Kreises rund 200 Familien auf ihrem Weg begleitet. Diese sind sehr dankbar für die Begleitung in stürmischen Zeiten, zum Beispiel dann, wenn ein krankes Frühgeborenes endlich nach Hause gehen kann und die Eltern die Versorgung allein übernehmen“, erläutert Elisabeth Böke, Geschäftsführerin des Bunten Kreises Münsterland.

Häufige Krankheitsbilder sind Fehlbildungen oder Stoffwechselerkrankungen. Durch ihre Besuche und Ratschläge beim Übergang nach Hause erleichtern die Mitarbeiter des „Bunten Kreises“ den Familien diesen Schritt und geben den Eltern Sicherheit. Auch wenn direkt nach der Geburt oder in sehr jungem Alter große Operationen anstehen, sind die Mitarbeiter des Bunten Kreises schon im Krankenhaus dabei und stehen auch nach dem Klinikaufenthalt mit Rat und Tat zur Seite.

Was hat sich in den letzten Jahren geändert? Im Wandel sind zum einen die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen, aber auch die Gesellschaft: Heute werden Frühgeborene häufig schon in der 37. Woche nach Hause entlassen. Auch die wachsende Zahl von Flüchtlingen erfordert den Aufbau neuer Netzwerke zur angemessenen Betreuung. Die Mitarbeiter des Nachsorgevereins stellen häufig fest, dass die Unterstützung in den Familien, zum Beispiel durch Großeltern, nicht mehr wie vor Jahren gewährleistet ist: Diese stehen häufig noch selbst im Beruf. Aber auch die Mütter stellen andere Ansprüche: Sie wollen häufiger auch mit einem beeinträchtigten Kind in den Beruf zurückkehren, nicht zuletzt auch zur Sicherung des Familieneinkommens. Gleichzeitig sind Väter immer mehr in die Kinderbetreuung eingebunden, dabei spielt die Inanspruchnahme von Elternzeiten eine wichtige Rolle. Die zunehmende Betreuung von Geschwisterkindern in Kindertagestätten sorgt bei betroffenen Familien für mehr Sicherheit im Tagesablauf.

Der Bunte Kreis Münsterland wird auch weiterhin mit Aktionen wie dem vorweihnachtlichen Clementinenverkauf, dem Verkauf von Ostereiern und Geschenken oder mit Aktionen rund um den „Weltfrühchentag“ im Hospital aktiv sein und Spenden sammeln.

Zehn Jahre Bunter Kreis Münsterland (BKM): Meilensteine

2000: Der Verein Bunter Kreis Münsterland e.V. wird gegründet. Entsteht aus der Initiative der Christophorus Klinken Coesfeld, ausgestattet mit einem Schreibtisch, einem Telefon sowie Menschen mit einer Vision und viel Herzblut.
2001: Die erste Familie wird begleitet.
2002: Asthmaschulungen werden an den BKM angebunden.
2002: Gesprächskreis „Trauernder Eltern“ wird ins Leben gerufen.
2002: Grabstätte für in der Schwangerschaft sehr früh verstorbene Kinder wird eingeweiht.
2005: Erweiterung des Schulungsprogrammes: Neurodermitis-Schulungen
2006: Standorte in Rheine am Mathias-Spital und in Münster am St. Franziskus Hospital werden aufgebaut.
2008: „Elterngruppe Frühgeborener“ wird als Angebot fest verankert.
2009: Der „Gute Start – Frühe Hilfen für Familien“ nimmt seine Arbeit an den Christophorus Kliniken auf.
2012: Die bestehende Elterngruppe „Herzpflaster“ schließt sich dem BKM an.
2013: Kinder- und Jugendklinik des UKM kooperiert mit dem BKM. Die Nachsorge wird am UKM aufgebaut.
2014: Das dreijährige Projekt „Guter Start – Frühe Hilfen für Familien“ in Rheine am Mathias-Spital Rheine geht an den Start.
2014: Psychosoziale Beratung für Eltern von chronisch und schwer kranken Kindern wird als dreijähriges Projekt aufgebaut
2015: Start des zweijährigen Familienhebammenprojektes für die Stadt Coesfeld

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Bild: Trafen zum „Zehnjähringen“ alle zusammen (v.l.): Maria Engelmeier, Klara Schulze Hannöver, Hildegard Dreckmann (Bunter Kreis Münsterland), Cordula Lennerz (St. Franziskus-Hospital/Bunter Kreis Münsterland), Burkhard Nolte, Cornelia Rumselke, Leonhard Decker (St. Franziskus-Hospital), Simone Uhle, Petra Becks (Bunter Kreis Münsterland), Dr. Ansgar Klemann (St. Franziskus-Hospital), Christa Schulze Kremer (St. Franziskus-Hospital/Bunter Kreis Münsterland), Elke Rosendahl, Elisabeth Böke (Bunter Kreis Münsterland) und Dr. Florian Urlichs (St. Franziskus-Hospital).

Quelle: © St. Franziskus Hospital Münster